Wussten Sie, dass die überwiegende Mehrheit unseres Verhaltens aus dem Unterbewusstsein gesteuert wird? Über 90 Prozent unserer Entscheidungen haben nichts mit rationalem Denken zu tun. Dank der RTA-ET Methode können viele dieser Situationen objektiv untersucht werden.

Viele Entwickler irren sich, wenn sie meinen, dass Nutzerentscheidungen durch Abwägen zwischen was sie lieben und was sie hassen abhängt. Die Entscheidungen der Nutzer werden von vielen, unterbewussten Faktoren, Emotionen und anderen Dingen beeinflusst, die der Nutzer nicht kontrollieren kann.

Dank Nutzerstudien mit Eye Tracking kombiniert mit biometrischen Messsystemen können Zusammenhänge zwischen visuellen Eindrücken, Wahrnehmung und gemachten Entscheidungen klar aufgezeigt werden. Diese Erkenntnisse werden zur kontinuierlichen Verbesserung unserer Methoden für Usability Tests und UX Analysen verwendet.

Tausende von Entscheidungen trifft jeder Mensch am Tag. Männer handeln gerne nach einem rationalen Schema, Frauen hingegen gerne anhand von ihrer Intuition. Über 90% der Entscheidungen geschehen aber intuitiv, bei Mann und bei Frau. Diese unbewussten Entscheidungen treffen wir andauern: Sowohl bei der Arbeit als auch in der Freizeit. Insbesondere aber auch beim Bedienen von Geräten und Software Programmen, beim Recherchieren oder Surfen im Internet, bis hin zu der Wahl der Kleider im Shop oder auch neuer Medien für die persönliche Unterhaltung und das Vergnügen.

Ein wichtiger Faktor bei diesen Entscheidungen sind die eigenen Erfahrungen und die damit zusammenhängenden kognitive Prozesse: Unser Unterbewusstsein merkt sich mehr, als wir vermuten und speichert sämtliche Situationen und getroffene Entscheidungen ab, quasi mitsamt Vermerk: Ja – gern wieder einmal, egal – ist mir egal, nein – nicht wieder.

Die visuell erfassten Informationen verarbeiten und speichern wir Menschen ungeachtet ob eine bewusste Wahrnehmung stattfindet. Die Speicherung im Gehirn erfolgt dort wo wir auf das Wahrgenommene aufmerksam werden. In diesem Modell spricht man vom Reaktionsfilter. Activation mapDieses Modell beschreibt, dass wir Informationen erst dann richtig bewusst werden, wenn sie aufgrund einer Intension (Aufgabe) oder eines Stimuli (Spiegelung) aktiviert werden. Diese Informationen sind nur für eine bestimmte Zeit und gedämpft abrufbar, aber in Experimenten hat sich gezeigt, dass je eindrücklicher und relevanter die Situation ist desto präziser der gespeicherte Vermerk wieder abrufbar wird. Deses Abrufen des Unterbewusstseins kann mit der richtigen Technik noch sehr gut bis einige Minuten nach der visuellen Wahrnehmung abgerufen werden.

Diese Fähigkeit kann bei Usability Tests mit der RTA-ET Methode optimal genutzt werden. RTA-ET ist die Abkürzung für „Retrospective Think Aloud with Eye Tracking“; auf Deutsch: „Retrospektives lautes Denken basierend Blickanalysen“. Laien verwechseln RTA aber oft mit „Concurrent Think Aloud“ (CTA) wobei die Ziele und Resultate dieser beiden Methoden sich gravierend unterscheiden.

Ein präziser Eye Tracker erfassen objektive hochpräzise Daten und erzeugt dabei visuelle Medien, die einen detaillierten und genauen Einblick in das Verhalten des Anwenders und der Nutzung der getesteten Software oder Webseite ermöglicht. Bei Usability und User Experience Tests werden diese Eye Tracking Daten in Kombination mit anderen Methoden und Daten ausgewertet. Bei der RTA-ET Methode werden die aufgezeigten Augenbewegungsmuster und Fixierungen bewusst genutzt, um zusammen mit der Testperson ein Verständnis darüber zu gewinnen, wie die Testperson eine Aufgabe im Detail erlebt und erfüllt hat.

Dem Teilnehmer wird dabei während des Post Task Interviews mit einem Replay ein Teil des Blickmusters und Gestickten präsentiert. Solche Replays wirken wie ein Spiegel bei welchen die Testperson auf eine Zeitreise durch die vergangenen Minuten schickt wo seine kurzfristigen Gedankenmuster erkannt werden und artikuliert werden können.

Daher ist das Verfahren der empfohlene RTA Verfahren bei der Durchführung von Usability-Tests, wo auch objektive Augenbewegung Daten analysiert werden.

Eye Tracking Methoden zeigen klar auf welche Informationen und Reize zu Interessen, Irritationen und vor allem Aktionen führen. Sie zeigen Vorlieben und Verhaltensmuster von Menschen im Kontext seiner wirklichen Tätigkeiten auf die in Bruchteilen von Sekunden ablaufen. Eye Tracking verrät uns eine ganze Menge darüber, wie Menschen wirklich arbeiten und was ihre Entscheidungen bewirkt.

Menschen entscheiden aus dem Unterbewussten, ihren Emotionen und Automatismen.