Details zur Google Brille, Google Glass, auch “Glass” genannt

Eines der interessantesten Gadgets ist derzeit ohne Zweifel die Google Brille, auch Google Glass genannt. Immer wieder veröffentlicht Google neue technische Details zu diesem Projekt. Wir tragen hier laufend die interessanten Fakten und Neuigkeiten zusammenzutragen.

Objekt:  Datenbrille mit Online-Anbindung

Google_Brille_2Google will die Such- und Informationsdienste von Google aus dem Netz nahtlos in den Alltag ihrer Nutzer überführen. Diese sollen nicht mehr auf Bildschirme oder Tablets blicken, sondern Informationen direkt in ihrem peripheren Blickfeld sehen. Die Google Brille lenkt nicht mehr von der Realität ab, sondern ergänzt sie lediglich.

Verwendungszweck:    Berührungslose Augmented-Reality

Augmented Reality (erweiterte Realität) bedeutet, dass vor dem Auge ein zweites visuelles Bild (Layer) erscheint. Auf diesem Bild lassen sich Dienste einblenden die man auch von den Mobiltelefonen kennt: SMS, Twitter, News, Emails, Kartendienste, und so weiter. Weiter geht es mit Gebäude-, Gegenstände (wie Autos) und Gesichts-Erkennung. Außerdem kann direkt das Telefon bedient werden. Des weiteren ist eine Eye Tracking Kamera vorgesehen welche erlaubt Augengesten zur Steuerung der Funktionen zu verwenden.

Dank Apps und Augmented Reality wird die Brille hervorragend für die Orientierung und Navigation geeignet sein. Es wird somit sicherlich ein nützliches aber auch cooles Gadget zum Beispiel für Touristen und auch Touristenorte. Wir können also gespannt sein, wann die erste Werbung auf dem Brillendisplay erscheinen wird.

Bedienung:  mit Blickerfassung, Spracherkennung, Finger- und Hand-Gesten, Kopfbewegung, USB und Bluetooth Fernbedienung

Google BrilleWie bedient man einen virtuellen Bildschirm ohne Maus und Tastatur? Tom Cruise hat es in Minority Report vorgemacht. Wie man beim Tragen der Google Brille mit den Glass Apps kommuniziert ist aber noch eine Geheimnis. Dies vor allem, da am Anfang jedes App Entwicklungsteam seine Vorlieben umsetzen wird.

Mit folgenden Varianten können wir rechnen:

  • Fernbedienung: Eine Fernbedienung über Bluetooth und USB ist sicherlich der erste Lösungsweg. Diese Art der Computer Interaktion werden alle Google Glass Träger problemlos von Anfang an bedienen können.
  • Blickerfassung, Eye Tracking, Gaze Tracking: Wie bei blickgesteuerten Computern reicht der Blick auf das entsprechende Icon auf dem Google Glass Display. Es sind zusätzlich auch Augen-Gesten wie das Rollen der Augen möglich. Google hat dafür bereits ein entsprechendes Patent beantragt. Da Samsung, LG, Tobii Technology und andere ähnliche Patente angemeldet haben wird es hier bald interessante Entwicklungen geben.
  • Fingererkennung, Finger Tracking, Finger- und Hand-Gesten, „Zauberstab“: Diese Technik wird sich neben Eye Tracking wohl am ehestens durchsetzen. Man kennt ja bereits viele Zauberstab-Gesten von den Harry Potter Filmen. Das gleiche funktioniert jetzt auch mit dem Finger anstelle dem Zauberstab. Ein Schnippen vor der Kamera kann zum Beispiel die App schliessen.
  • Spracherkennung: Diese Technik ist schon bei vielen Systemen im Einsatz. In wie weit sich die Spracherkennung bei der Google Brille durchsetzt wird, werden wir “wortwörtlich hören“. Wer sagt schon gerne „Mach ein Foto“ oder „Wie heisst diese Person?“ wenn andere Passanten in der Nähe sind?
  • Kopfbewegung, Kopf-Gesten: Wieso auch nicht: Kopfnicken, Kopfschütteln und so weiter sind ja Gesten welche in den Kulturkreisen verankert sind, auch wenn sie unterschiedliche Bedeutungen haben.
  • Kombinationen: Die Kombination von Blickerfassung und Finger-Gesten ist sehr wahrscheinlich. Über den Blickverlauf wählt man dabei die Funktion auf dem Google Glass Display und mit dem Finger vor der Kamera betätigt man den Auslöser, das ist so einfach und sicher wie das betätigen der unterschiedlichen Tasten bei einer Maus.
Bildschirmauflösung:    640 x 360 Pixel

Das entspricht in etwa einem 24 Zoll Fernseher auf 2,4 Metern Entfernung.

Fotokamera Auflösung: 5 Megapixel
Videoauflösung:           1.280 x 720 Pixel, HD Ready

Internen Speicher:        16 GByte, davon 12 GByte nutzbar

WLAN Standards:          802.11 b/g
Mobilverbindung:          Bluetooth
Audioübertragung:        mechanisch über Schädelknochen

Audiosignale überträgt die Brille nicht mittels eines klassischen Kopfhörers, sondern über den Schädelknochen an den Benutzer. Dabei werden die Schwingungen von Geräuschen mechanisch durch die Brillenträger an den Schädel übertragen. Diese Schwingungen sind nicht spürbar, sondern werden ganz normal als Geräusche wahrgenommen. Diese Technik wird bereits seit vielen Jahren im Bereich der Hörgeräte eingesetzt.

Akkuladung:                etwa ein Tag, Laden über Micro-USB
Mobil App Interfaces:   beste Unterstützung durch Android

Unter normalen Einsatzbedingungen soll die Google Brille mit einer Akkuladung durch den Tag kommen. Vermehrter Einsatz kann die Laufzeit aber verkürzen.

Verkaufspreis:             ca. 1‘500 USD
Verkauf ab:                  Ende 2013 oder Anfangs 2014

Google liefert jetzt die erste Version der Datenbrille an 2000 App-Entwickler in der USA aus. Ein breiterer Verkauf der Brille wird wohl erst anfangs 2014 erfolgen.

Ist die Brille wirklich eine Brille:

Wenn man genau ist, ist die Google Brille gar keine Brille – sie ist vielmehr ein Projektor, der ein Bild in das rechte Auge hineinprojiziert. Dieses System funktioniert mit halbtransparenten Spiegeln.

Einen guten Eindruck über den Trag- und Bedienkomfort geben die ersten publizierten Bereich. Zum Beispiel den von Drew bei TechCrunch:  Ein Tag mit Glas: Erste Eindrücke von den frühen Tagen

Referenzen:

Interessante Patente mit noch mehr Details zur Google Brille…
Wearable Interaction

Wearable Display

Wearable Device

Da es von Google keine konsolidierten Hinweise gibt bleibt trotz diverser Veröffentlichungen auf Google+ noch einiges Spekulativ. Lassen wir uns daher überraschen.