Consumer Produkte – der neue Markt für Eye Tracking

Das Samsung Galaxy S4 macht es möglich: Jetzt können wir unser Smartphone und Tablet mit unseren Augenbewegungen bedienen.

samsung_galaxy_s_4 (12)Multinationale Firmen wie Samsung Electronics Co. und LG Electronics Inc. haben nun begonnen, die Eye Tracking-Technologie in ihre mobilen Geräte einzubauen. Ihre neuen Flaggschiff-Handys sind jetzt in der Lage, die Augenbewegungen der Anwender präzise zu erkennen. Samsung lancierte das Samsung Galaxy S4, welches Features wie Smart Pause und Smart Scroll enthält. Gesteuert durch die Augenbewegungen kann das Video so ganz einfach mit der neuen “Smart Pause” Funktion pausiert werden und Dank der Smart-Scroll Funktion werden die Seiten wie mit einem magischen Finger umgeblättert.

Der Blick ist nun bereit, als Mausersatz für die Interaktion mit Computern, Geräten und persönlichen Gadgets einzuspringen.

Eye-Tracking-Lösungen sind bereits seit längerem für Usability-, Werbe- und Marketingzwecke im Einsatz. Diese werden dort erfolgreich verwendet, um die Interessen der Verbraucher zu erforschen. Was erregt die Aufmerksamkeit der Verbraucher? Was interessiert den Kunden? Was beachtet der Besucher? Oder noch interessanter: Was beachtet er nicht?

Tobii Advanced Driver Assistance

Die Steuerung von Geräten mit Hilfe der Augenbewegungen ist zwar nichts neues, aber dank dem Galaxy S4 hält diese Technologie nun Einzug in die Consumer Produkte. Es gibt bereits einige andere bemerkenswerte Eye Tracking-Anwendungen. Zum Beispiel verwenden Automobilhersteller Eye Tracking-Geräte um die Augenbewegungen des Fahrers zu analysieren und einen Alarm auszulösen, sobald der Fahrer schläfrig wirkt. Tobii Technologie stellt auch Eye Tracking-Systeme her, die als Hilfsmittel für behinderte Menschen mit eingeschränkter Mobilität eingesetzt werden; zum Beispiel zur Bedienung von Computern, Telefongeräten, Rollstühlen und vieles mehr.

Jetzt ist das Rennen auch im Massenmarkt der Unterhaltungselektronik und bei Anwendungen im Alltag eröffnet.

Nur mittels der Augenbewegungen werden wir bald in der Lage sein, Musik auf unseren Handys abzuspielen, E-Mails zu schreiben und in sozialen Netzwerken zu chatten.

Sind diese Funktionen auch effektiv und hilfreich für uns Nutzer?
  • Ja, sie werden hilfreich, sobald beide Hände nicht mehr frei sind;
  • Wenn etwas viel schneller erfolgen sollte, als dass die Maus die Position anpeilen kann;
  • Wenn die Interaktion mit einem Gerät aus hygienischen Gründen oder wegen der Sicherheit nicht erfolgen darf;
  • Wenn die Interaktion mit einem Gerät nur schwierig beobachtbar sein soll.

Zum Beispiel kann das Eintippen eines Passwortes mit den Augen viel sicherer sein, als das Eintippen mit den Fingern, da der Blickverlauf schwieriger zu kopieren ist.

Sind diese Funktionen auch schon robust und brauchbar?
  • Ja und Nein !!!
  • Ja: Es wird Anwender geben bei denen es bestens funktioniert, die es brauchen, und die stillschweigend einfach geniessen.
  • Nein: Es wird aber auch Anwender geben welche frustriert sind, da die Funktion bei ihnen nicht in jeder Situation funktioniert, die sie abschalten, und sich gerne dazu äussern.
Was sind die Gründe?

Ganz klar: Wenn die Augen und deren Blickrichtung nicht klar erkannt werden funktioniert es nicht!

Herausforderungen gibt es:
  • bei vereinzelten Brillenträgern,
  • bei Personen die stark schielen,
  • wenn das Augenlid teilweise die Iris und Pupille bedeckt,
  • wenn das Gerät stark bewegt, gekippt, verdreht, usw. wird,
  • wenn der Abstand viel zu gross oder zu klein ist,
  • wenn die Kameralinse verschmutzt ist,
  • wenn falsch kalibriert wurde,
  • oder auch bei extremen Lichtverhältnissen.

Die meisten dieser Probleme sind bei professionellen Eye Trackern bereits gelöst, ausgenommen natürlich wenn eine dunkle Sonnenbrille 😎 getragen wird. 😉

Daraus ableitbar sind Mobiltelefone sicher nicht die idealen Kick-Starter für diese Technologie. Viel einfacher funktioniert es bei PC Monitoren, Fernsehern, Informations-Displays, PADs, Haushaltgeräten, Fahrzeugkonsolen, Spielautomaten, Ticker- und Bankautomaten, und so weiter.

Und auch wegen der Notwendigkeit für die Accessibility wird die alternative Bedienbarkeit mit der Hand immer eine Anforderung bleiben.

Eye Tracking wird nun aber sicher einen grossen Schritt in Richtung der futuristischen, mobilen Anwendungen gehen. Ich hoffe, Sie geniessen die Vorteile solcher Techniken.

Kontaktieren Sie uns unverbidlich bei Fragen und Anregungen